Europäische Konferenz über Somatic Experiencing

Die Europäische Konferenz über Somatic Experiencing ist ein zentrales Ereignis für Fachleute und Interessierte, die sich mit der körperorientierten Traumatherapie beschäftigen. Sie bietet eine Plattform für den Austausch innovativer Ansätze, die das Verständnis und die Behandlung von Traumata revolutionieren. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung der Konferenz, ihre Inhalte und ihren Einfluss auf die Praxis von Somatic Experiencing (SE).

Was ist Somatic Experiencing?

Somatic Experiencing ist eine von Dr. Peter A. Levine entwickelte Methode zur Behandlung von Traumata und Stresszuständen. Sie basiert auf der Beobachtung, dass Tiere in der Wildnis trotz lebensbedrohlicher Situationen selten Traumata entwickeln. Durch gezieltes Bewusstsein für körperliche Empfindungen hilft SE, das Nervensystem zu regulieren und die natürliche Resilienz wiederherzustellen. Diese Methode wird weltweit angewendet, um die Folgen von Traumata zu lindern, wie auf der Website von Somatic Experiencing Deutschland beschrieben.

Die 2. Europäische Konferenz 2018 in Potsdam

Die zweite Europäische Konferenz über Somatic Experiencing fand vom 14. bis 17. Juni 2018 in Potsdam statt. Unter dem Motto „Unity, Variety, Diversity Embodied – Resolving Trauma & Restoring Goodness in the World“ zog sie 369 Teilnehmer aus 23 Ländern an. Organisiert von Somatic Experiencing Deutschland e.V. und der European Association for Somatic Experiencing (EASE), bot die Veranstaltung ein umfassendes Programm mit 69 Vorträgen, Workshops und Diskussionen.

Das Organisationsteam, bestehend aus Manfred Burmeister, Heike Bill, Dorothea Rahm, Sybille Seyffert und Kati Bohnet, investierte über 400 Stunden in die Planung. Die Konferenz fand am malerischen Templiner See statt und schuf eine inspirierende Atmosphäre für den fachlichen Austausch.

Schwerpunkte und Highlights

Die Konferenz deckte ein breites Spektrum an Themen ab, darunter:

  • Traumatherapie: Neue Ansätze zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen.
  • Resilienzförderung: Methoden zur Stärkung der psychischen Widerstandskraft.
  • Integration in andere Therapien: Kombination von SE mit Ansätzen wie Ego-State-Therapie.
  • Soziale Anwendungen: Einsatz von SE in marginalisierten Gemeinschaften.

Zu den Höhepunkten gehörten Vorträge von Dr. Peter A. Levine, der die Grundprinzipien von SE erläuterte, und Prof. Dr. Stephen Porges, der per Skype über die Polyvagal-Theorie sprach. Weitere namhafte Referenten wie Prof. Dr. Joachim Bauer und Marianne Bentzen bereicherten das Programm mit Einblicken in die neurobiologischen Grundlagen von Trauma.

Workshops wie „The sadness you are feeling is much older than you: transgenerational trauma“ von Heike Gattnar oder „Somatic Practice with marginalized communities“ von Sage Hayes boten praktische Einblicke. Eine Filmaufführung von „Art of Trauma“ und eine Studie zur Wirksamkeit von SE rundeten das Programm ab.

Teilnehmer und Netzwerkbildung

Mit Teilnehmern aus vier Kontinenten förderte die Konferenz den globalen Austausch. Sie bot Gelegenheiten zur Netzwerkbildung, die neue Kooperationen und Forschungsprojekte anregten. Die Teilnehmer schätzten die Möglichkeit, sich mit Kollegen zu vernetzen und von führenden Experten zu lernen.

Ergebnisse und bleibende Wirkung

Die Konferenz erhielt überwältigend positive Rückmeldungen für ihre inspirierende Atmosphäre und die Qualität der Inhalte. Ein bedeutendes Ergebnis war die Veröffentlichung der Anthologie „Somatische Erfahrungen in der psychotherapeutischen und körpertherapeutischen Traumabehandlung“, herausgegeben von Dorothea Rahm und Szilvia Meggyesy. Das 440-seitige Werk enthält 26 Beiträge, darunter von Levine und Porges, und ist über GP Probst erhältlich.

Aufzeichnungen der Vorträge und Workshops sind auf Auditorium Netzwerk verfügbar, sodass Interessierte die Inhalte nachvollziehen können. Diese Ressourcen stärken die Verbreitung von SE-Wissen und unterstützen Praktiker weltweit.

Zukunftsperspektiven

Die Konferenz hat die Bedeutung von Somatic Experiencing in der modernen Psychotherapie unterstrichen und den Weg für weitere Veranstaltungen geebnet. Sie hat gezeigt, wie interdisziplinärer Austausch die Praxis von SE voranbringen kann, insbesondere in der Behandlung komplexer Traumata. Organisationen wie EASE setzen sich weiterhin für die Förderung von SE in Europa ein, wie auf ihrer Website EASE beschrieben.

Fazit

Die 2. Europäische Konferenz über Somatic Experiencing war ein wegweisendes Ereignis, das Fachleute und Interessierte zusammenbrachte, um die Zukunft der Traumatherapie zu gestalten. Durch innovative Vorträge, praktische Workshops und die Veröffentlichung wertvoller Ressourcen hat sie die Reichweite und Wirkung von SE erheblich gesteigert. Wer sich für diese Methode interessiert, findet in den Konferenzmaterialien und der Arbeit von Somatic Experiencing Deutschland eine fundierte Grundlage für weiteres Lernen.