Europäischen Vereinigung für Verhaltenstherapie und Kognitive Therapie

Die Europäische Vereinigung für Verhaltenstherapie und Kognitive Therapie (EABCT) ist eine der einflussreichsten Organisationen in der Psychotherapie, die sich der Förderung evidenzbasierter kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) widmet. Mit über 25.000 Mitgliedern aus 54 Verbänden in 40 Ländern prägt die EABCT die klinische Praxis und Forschung in Europa und darüber hinaus. Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte, Mission, Aktivitäten und den Einfluss der EABCT auf die psychische Gesundheitsversorgung.

Geschichte der EABCT

Die Wurzeln der EABCT reichen bis 1971 zurück, als Verhaltenstherapiegruppen aus Deutschland, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich eine europaweite Bewegung initiierten. Offiziell gegründet wurde die European Association for Behaviour Therapy (EABT) 1976. Im Jahr 1992 erweiterte die Organisation ihren Namen um „Cognitive“, um die wachsende Bedeutung kognitiver Ansätze widerzuspiegeln, und wurde zur EABCT. Seitdem hat sie sich zu einer der größten Psychotherapieorganisationen weltweit entwickelt, wie auf der offiziellen Website der EABCT beschrieben.

Im Jahr 2021 feierte die EABCT ihr 50-jähriges Bestehen, ein Meilenstein, der ihre Rolle als treibende Kraft in der Entwicklung der KVT unterstreicht. Eine Jubiläumsbroschüre, verfügbar auf der EABCT-Website, dokumentiert die Errungenschaften der Organisation über fünf Jahrzehnte.

Mission und Ziele

Die Mission der EABCT ist es, kognitive Verhaltenstherapie als evidenzbasierte, effektive psychologische Behandlung zu etablieren. Sie fördert höchste Standards in der klinischen Praxis durch Ausbildung, fortlaufende Weiterbildung und evidenzbasierte Methoden. Ein zentrales Anliegen ist die Unterstützung der Autonomie von Klienten und deren Recht auf die bestmögliche Therapie, wie im Mission Statement der EABCT betont wird.

Die EABCT setzt sich auch für die Regulierung der Psychotherapie in Europa ein, da es derzeit keine einheitliche europäische Behörde dafür gibt. Durch die Entwicklung von Ausbildungsstandards und Akkreditierungsverfahren unterstützt sie Mitgliedsverbände, insbesondere in Ländern ohne lange KVT-Tradition.

Aktivitäten und Veranstaltungen

Die EABCT organisiert jährliche Kongresse, die Fachleute aus aller Welt zusammenbringen, um neueste Forschungsergebnisse und klinische Praktiken zu diskutieren. Der Kongress 2024 in Belgrad stand unter dem Motto „Neues Zeitalter der KVT – Herausforderungen und Perspektiven“, während der Kongress 2023 in Antalya das Thema „KVT in einer sich verändernden Welt: Migration und kulturelle Vielfalt“ behandelte. Der nächste Kongress findet vom 3. bis 6. September 2025 in Glasgow statt, wie auf der Kongress-Website angekündigt.

Zusätzlich bietet die EABCT virtuelle Workshops, wie die „Global Ambassador“-Reihe. Ein Beispiel ist der Workshop „Mindful Parenting in Challenging Times“ von Prof. Dr. Susan Bögels im Oktober 2024, organisiert über die EABCT-Veranstaltungsseite. Solche Veranstaltungen fördern den globalen Austausch und die Weiterbildung.

Ausbildung und Akkreditierung

Die EABCT hat strenge Ausbildungsstandards entwickelt, die seit den 1970er-Jahren verfeinert wurden. Seit 2002 arbeitet die Arbeitsgruppe für Ausbildungsstandards (WGTS) daran, diese Standards zu optimieren. Therapeuten müssen mindestens:

  • 450 Stunden KVT-Ausbildung absolvieren, davon 200 Stunden direkt von anerkannten Trainern.
  • 200 Stunden supervidierte klinische Praxis durchführen, einschließlich der Behandlung von 8 Klienten mit unterschiedlichen Problemen.
  • Zwei ausführliche Fallstudien (2000–4000 Wörter) vorlegen.

Supervisoren benötigen mindestens fünf Jahre Erfahrung nach der Ausbildung und eine spezialisierte Supervisionsausbildung von 1,5 bis 2 Jahren. Diese Standards, detailliert auf der EABCT-Ausbildungsseite, gewährleisten eine hohe Qualität der KVT-Praxis.

Einfluss und Beiträge

Die EABCT ist ein Schlüsselakteur in der globalen KVT-Community und Mitglied der World Confederation of Cognitive and Behavioural Therapies (WCCBT). Durch ihre Mitgliedschaft trägt sie zur weltweiten Verbreitung evidenzbasierter Therapien bei. Die Organisation unterstützt Forschungsprojekte, wie die Psychoaufklärungskampagne der Ukrainischen KVT-Vereinigung, und fördert ethische Standards in der Praxis.

Ein bemerkenswertes Engagement ist die Video-Serie „Frauen in der KVT“, die die Beiträge einflussreicher Frauen wie Judith Beck und Edna Foa würdigt. Diese Initiative, verfügbar auf der EABCT-Ressourcenseite, unterstreicht das Bestreben der EABCT, Vielfalt und Inklusion zu fördern.

Die EABCT hat auch auf humanitäre Krisen reagiert, etwa mit einer Erklärung gegen die russische Invasion in der Ukraine und Ressourcen zur psychologischen Ersten Hilfe, wie auf der EABCT-Website dokumentiert.

Zukunftsperspektiven

Die EABCT bleibt bestrebt, die KVT weiterzuentwickeln, indem sie neue Technologien wie digitale Gesundheitsanwendungen integriert und auf aktuelle Herausforderungen wie kulturelle Vielfalt und Migration eingeht. Mit geplanten Kongressen in Brüssel (2026), Warschau (2027) und Riga (2028) wird die Organisation ihre Rolle als führende Stimme in der Psychotherapie festigen.

Fazit

Die Europäische Vereinigung für Verhaltenstherapie und Kognitive Therapie ist ein unverzichtbarer Akteur in der Psychotherapie. Durch ihre Kongresse, Ausbildungsstandards und globalen Partnerschaften prägt sie die Zukunft der kognitiven Verhaltenstherapie. Für Fachleute und Interessierte bietet die EABCT eine Fülle an Ressourcen und Möglichkeiten zur Weiterbildung, die die psychische Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessern.

Übersicht der EABCT-Aktivitäten

Aktivität Beschreibung Beispiel
Kongresse Jährliche Veranstaltungen mit Vorträgen und Workshops 2024 Belgrad: „Neues Zeitalter der KVT“
Ausbildung 450 Stunden KVT-Training, 200 Stunden Praxis Akkreditierungsstandards seit 2002
Video-Serie „Frauen in der KVT“ würdigt weibliche Pionierinnen Interviews mit Judith Beck, Edna Foa
Globale Partnerschaften Mitglied der WCCBT Psychoaufklärung in der Ukraine